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Mobilität neu denken

Widmeten sich der Mobilität 4.0 (v.l.): Prof. Dr. Gernot Spiegelberg, Bürgermeister Horst Hartmann und SWK-Geschäftsführer Christian Kutschker. Foto: Rainer Schneck

Wie wird die mobile Welt von morgen aussehen? Diese Frage stellte SWK-Geschäftsführer Christian Kutschker an den Anfang des Kundenforums, das am 18. Mai im Dormero Hotel in Kelheim stattfand. Eine Antwort auf diese Frage wagte Prof. Dr. Gernot Spiegelberg, Siemens AG, Corporate Technologie, der die rund 70 Gäste der SWK mitnahm auf eine spannende Reise in die nahe Zukunft. Seine Prognose: Die Zukunft gehört der Elektromobilität. Der Besitz eines Autos wird an Bedeutung verlieren - Mobilität als Dienstleistung wird das zentrale Produkt der neuen mobilen Welt sein.

Für Prof. Dr. Gernot Spiegelberg steht fest: Die Ressourcen der Erde sind begrenzt und dürfen nicht länger auf Kosten der nachfolgenden Generationen aufgebraucht werden. Zukunftsfähig seien alleine die erneuerbaren Energiequellen - allen voran die Solarenergie. "Die Solarenergie führt uns allerdings in eine ganz neue Art der Energieversorgung - in das Stromzeitalter", so Spiegelberg. Die Volatilität dieser Energieform und die sich bereits jetzt abzeichnenden gesellschaftlichen Mega-Trends wie Klimwandel, Urbanisierung und Demografischer Wandel seien die wesentlichen Einflussfaktoren für die Mobilität der Zukunft. Spiegelberg prognostizierte nichts weniger als einen Paradigmenwechsel - sowohl im Mobilitätsverhalten der Gesellschaft als auch in Bezug auf die Wertschöpfungskette der Automobil- und Logistikindustrie. Der Individualverkehr werde in Zukunft nicht mehr im Zentrum der Mobilität stehen - eine Entwicklung, die auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität in den Ballungszentren führen werde. 

Das Produkt der Zukunft ist der Service - nicht das Fahrzeug
Drei wesentliche Anforderungen muss laut Spiegelberg die neue Mobilität erfüllen: Sie muss emissionsfrei sein, sie muss als Dienstleistung gedacht werden und diese Mobilitätsdienstleistungen müssen dem demografischen Wandel Rechnung tragen. "Null Emissionen erreichen wir mit dem Elektroauto, das seinen Strom aus der Sonne bezieht." Mobilität als Dienstleistung ("mobility as a service") bedeute, dass der Kunde sich den Service kaufe, von A nach B transportiert zu werden - in optimaler Weise und zum exakten Zeitpunkt. Welches Verkehrssystem oder Fahrzeug genutzt werde - obliege der Entscheidung des Serviceanbieters, führte der Professor aus. Der Kunde bekomme vom Serviceanbieter ein auf sein Persönlichkeitsprofil zugeschnittenes Mobilitätsangebot, das je nach gewünschter Mobiltätsanforderung, beliebige Wechsel zwischen Straße, Schiene, Wasser und Luft beinhalten könne. Der Serviceanbieter wiederum beziehe das Persönlichkeitsprofil des Kunden aus der Cloud. Als Beispiel für ein Unternehmen, das Mobilität als Dienstleistung betrachte, nannte Spiegelberg die amerikanische Firma Uber, ein Online-Vermittlungsdienst für Fahrdienstleistungen.

Neue Fahrzeugarchitektur
Aber auch das Geschäftsmodell der Autohersteller werde sich ändern - ebenso wie die Architektur der Fahrzeuge. Hier müsse man weg vom "bottom up"- hin zum "top down"-Ansatz kommen, wie es Tesla bereits erfolgreich vormache, so Spiegelberg. "Der Entwicklungsprozess muss auf der grünen Wiese beginnen und von vornherein das E-Auto zum Ziel haben." Nur so könne man hochfunktionale Fahrzeuge entwickeln, die das durch den elektrischen Antrieb sich bietende Potential vollständig ausschöpften: Fahrzeuge, die kaum Verschleißteile aufweisen und deren Kabinen ein riesiges Platzangebot bieten.

Nach dem Vortrag standen Prof. Dr. Gernot Spiegelberg und Christian Kutschker für Fragen zur Verfügung. Das Thema wurde auch beim anschließenden Imbiss noch lange diskutiert.