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Vor 100 Jahren begann in Kelheim das Stromzeitalter

Direktor Dieter Scholz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Kelheim, Erster Bürgermeister Horst Hartmann und SWK-Geschäftsführer Christian Kutschker (v.l.). Foto: Rainer Schneck

Am 27. November 1915 wurden die ersten Kelheimer Haushalte an das Stromnetz angeschlossen. Auf den Tag genau 100 Jahre später eröffneten die STADTWERKE KELHEIM GmbH & Co KG eine Ausstellung zum Thema „100 Jahre Strom in Kelheim“. Bis zum 18. Dezember kann die Ausstellung im Kundencenter der Kreissparkasse Kelheim am Ludwigsplatz besichtigt werden.

Rund 80 Gäste, darunter Vertreter von Wirtschaft und Politik, Aufsichtsräte, Kunden, Partner und Mitarbeiter waren der Einladung zur Eröffnung gefolgt. "Damals ging es um den Aufbau einer leistungsfähigen Stromversorgung, heute gestalten wird die regionale Energiewende", beschrieb Geschäftsführer Christian Kutschker die sich verändernden Ziele und griff einige Meilensteine heraus. Mit der Liberalisierung des Energiemarktes 1998 habe die Monopolzeit geendet. Energieversorger wie die SWK seien gefordert, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und den Privat- und Gewerbekunden Strom zu fairen Preisen zu bieten. "Um beide Ziele erreichen zu können, brauchen wir allerdings verlässliche, politische Rahmenbedingungen."

Herausforderung der Gegenwart: Erneuerbare Energien in das Stromnetz integrieren
Eine zentrale Herausforderung der Gegenwart sei es, die Erneuerbaren Energien in das System zu integrieren. Während früher Kraftwerke in zentralen Strukturen Strom erzeugten, speisten nun dezentrale Kraftwerke wie PV-Anlagen und Windräder Strom in das Netz ein. "Die Fließrichtung der Verteilnetze hat sich damit verändert", betonte Christian Kutschker. Neben einem massiven Netzausbau sei es erforderlich, dass Erzeuger und Verbraucher miteinander kommunizieren. "Die Netze müssen intelligent werden."

Der Geschäftsführer wies auch auf den Klimawandel hin. "Die Wetterextramas nehmen zu. Der Klimawandel ist da. Die Vereinten Nationen haben erst diese Woche verkündet, dass 2015 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist", so Christian Kutschker. Für den Landkreis bewertet er den Windpark im Paintner Forst als „Leuchtturm-Projekt“. „Wir kämpfen seit langer Zeit darum.“

Kreissparkasse und SWK kooperieren in regionalen Energiewende-Projekten
"
Gestalten und nicht nur verwalten" - so könne man das gemeinsame Motto von Kreissparkasse und SWK beschreiben, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, Direktor Dieter Scholz und verwies auf einige Parallelen der beiden kommunalen Unternehmen, wie die Nähe zum Bürger und die starke regionale Verwurzelung. Bereits 2002 habe die SWK Öko-Strom in ihr Portfolio aufgenommen, 2011 sei man mit der Inbetriebnahme des Biomasseheizkraftwerks in die Eigenerzeugung eingestiegen und 2012 habe man das Projekt "Windkraft Paintner Forst" gestartet. "Die Kreissparkasse war und ist als Finanzierungspartner immer an der Seite der SWK."

SWK als Partner der Stadt und der regionalen Wirtschaft
Bürgermeister Horst Hartmann, Aufsichtsratsvorsitzender der SWK, hatte den Gästen eine aufschlussreiche Quelle aus dem Stadtarchiv mitgebracht - einen Ausschnitt aus der damaligen Lokalzeitung, dem "Altmühlboten": „Anmeldungen auf Anschluss der in den einzelnen Anwesen errichteten elektrischen Anlagen an das Städtische Elektrizitätswerk Kelheim sind durch den Anweseneigentümer persönlich zu erklären. Diese Anmeldungen werden jeden Werktag vorm. von 11 bis 12 Uhr im Herzogskasten durch den Werkmeister des Elektrizitätswerks entgegengenommen. Die Anwesensbesitzer werden ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass die Zulassung zu Installationsarbeiten der Genehmigung des Stadtmagistrats bedarf", zitierte Horst Hartmann. Der Bürgermeister betonte in seinem Grußwort außerdem, dass die Stadt Kelheim mit der SWK einen hervorragenden Partner für die Stadt, aber auch für die regionale Wirtschaft habe.

Die Geschichte der Kelheimer Stromversorgung spiegelt die politischen Ereignisse der Zeit
Einen geschichtlichen Überblick gab Stadtarchivar Dr. Wolf-Heinrich Kulke. Der Beschluss zur Errichtung des ersten Elektrizitätswerk in Kelheim sei vom Stadtmagistrat ziemlich überstürzt getroffen worden - aufgrund von Umständen, die mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges zusammenhingen: In Kelheim gab es zu diesem Zeitpunkt eine Gasbeleuchtung. Zur Produktion von Gas benötigte man Benzin. Dieses allerdings wurde nun für das Heer gebraucht und aus allen Landesteilen abgezogen. Kelheim drohte im Dunklen zu stehen. Der Plan war es nun, auf Elektrobeleuchtung umzusteigen, wofür man Strom erzeugen musste. Das erste Ziel des E-Werks war es also, Strom für eine elektrische Beleuchtung der Stadt zu liefern. "An der Geschichte der Stromversorgung in Kelheim spiegeln sich alle politischen Ereignisse der Zeit wider, die beiden Weltkriege ebenso wie die galoppierende Inflation."