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Bernd Göttlicher wird Leiter „Technische Anlagen & Netze“

Bei der STADTWERKE KELHEIM GmbH & Co KG gibt es eine wichtige Personalie zu vermelden: Der 38-jährige Bernd Göttlicher hat am 1. Juli seine Tätigkeit als Technischer Leiter aufgenommen und verantwortet damit die technischen Anlagen und Netze der Geschäftsfelder Strom, Erdgas, Wärme und Wasser.

„Ich möchte auf den bisherigen Erfolg der SWK aufbauen und das Unternehmen fit machen und weiter entwickeln für die Herausforderungen der sich wandelnden Energiebranche“, betont Bernd Göttlicher. In seiner neu strukturierten Abteilung laufen nun die Fäden über alle Geschäftsbereiche der SWK hinweg zusammen. „Vor allem die Netze werden im Energiesystem der Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Denn sie stehen zwischen den Verbrauchern und den zunehmend dezentral einspeisenden Erzeugungsanlagen“, erklärt Bernd Göttlicher. Gab es früher einen Einspeisepunkt, von dem aus der Strom wie in einer Einbahnstraße zu den Verbrauchern floss, so gibt es in den Netzen zunehmend „Gegenverkehr“, d.h. sie müssen den von den vielen Photovoltaik-Anlagen erzeugten Strom aufnehmen.

Intelligente Netze

„Wir sprechen davon, dass die Netze intelligent werden müssen – und das in verschiedener Hinsicht“, erläutert Bernd Göttlicher. So müsse das Netz „wissen“, wie viel Strom es von den Einspeisern aufnehmen müsse. Um eine optimale Energieverteilung im Netz zu erzielen, müssten die Netze nachgerüstet und zum Beispiel mit so genannten Smart Metern (intelligenten Stromzählern) ausgestattet werden. Dabei gelte es, im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Versorgungssicherheit die Balance zu finden, so der neue technische Leiter.

Netze spartenübergreifend betrachten

Als regionaler Energieversorger, der alle Sparten vereint, ist die SWK für die Herausforderung der „intelligenten Netze“ bestens aufgestellt. „Denn Netzintelligenz bedeutet auch, aus einer spartenübergreifenden Denkweise effizienzsteigernde Effekte zu generieren“, so Bernd Göttlicher. Ein Stück weit werde bei der SWK bereits spartenübergreifende Intelligenz genutzt. So könne beispielsweise die Fahrweise des Biomasseheizkraftwerks flexibel umgestellt werden, so dass – je nach Bedarf – die Strom- oder die Wärmeerzeugung im Vordergrund steht.

Ein weiterer Ansatz, der sich noch in der Erprobungsphase befindet, aber laut Bernd Göttlicher sogar eine Schlüsselrolle bei der erfolgreichen Umsetzung der Energiewende einnehmen könnte, ist das Verfahren „Power-to-Gas“. Dabei wird das Erdgasnetz als Speicher für überschüssig erzeugten Strom aus Sonne und Wind genutzt.

 Auch in der Sparte Wasser hat Bernd Göttlicher bereits ein erstes, größeres Projekt auf den Weg gebracht: Der Brunnen VII (Vogelsinger) wird mit einer hochmodernen Ultrafiltrationsanlage ausgerüstet. „Damit gehören wir bayernweit zu den Vorreitern. Eine innovativere Technologie ist derzeit nicht auf dem Markt“.

Branche im Wandel braucht neue Geschäftsmodelle

In den Verantwortungsbereich des technischen Leiters gehört auch der Bereich Innovationen. „Unser traditionelles Geschäft wird zwar weiter bestehen, aber um den Übergang auf eine dezentrale, regenerative Energieversorgung zu meistern, brauchen wir neue Geschäftsmodelle und Produktinnovationen“, sagt Bernd Göttlicher. Die SWK beteiligt sich derzeit an zwei Forschungsprojekten, bei denen es um die Konvergenz der Netze, d.h. um die spartenübergreifende Steuerung intelligenter Netze geht. „Es ist vorstellbar, dass in naher Zukunft z.B. ein Wasserhochbehälter genau dann Wasser hochpumpt, wenn überschüssiger Strom im Netz vorhanden ist, der dafür nutzbar gemacht werden kann.“ Die Abteilung von Bernd Göttlicher umfasst 20 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, vor allem Meister und technische Servicemitarbeiter. „Die Energiewende hat auch Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Sie erfordert von ihnen, sich ständig weiter zu qualifizieren, um in der im Wandel befindlichen Branche, die richtigen Entscheidungen treffen zu können“, betont Bernd Göttlicher.

Der 38-jährige Diplom-Versorgungsingenieur bringt für seine neue Aufgabe optimale Voraussetzungen mit. Seine berufliche Laufbahn in der Energiebranche startete er 2005 als Diplom-Wirtschaftsingenieur bei der Energie Südbayern GmbH, wo er sich berufsbegleitend zum Versorgungsingenieur (M.Sc.) weiter qualifizierte. Die letzten fünf Jahre war er für die Thüga Aktiengesellschaft (Anteilseigner der SWK) in der Abteilung Netze tätig und fungierte dort als Berater der Thüga-Partnerunternehmen in strategischen, technischen, energiewirtschaftlichen, materialwirtschaftlichen und regulatorischen Fragestellungen. Schwerpunkte dabei waren die Entwicklung von Instandhaltungsstrategien für Netze und Anlagen sowie das Konzessionsmanagement.

Verantwortung für die lokale Energiewende

Mit dieser Thematik startet Bernd Göttlicher gleich in seine neue Tätigkeit bei der SWK. Im Zuge des Trends zur Rekommunalisierung von Aufgaben der Daseinsvorsorge, ergeben sich Chancen auf frei werdende Stromkonzessionen im Landkreis. Ein erster, großer Erfolg in dieser Hinsicht ist bereits gelungen: Die Abens-Donau Energie GmbH, Tochter der SWK und regionaler Energieversorger für den Landkreis, gewann im Januar 2015 das Bieterverfahren um die Konzession für das Stromnetz in Mainburg. Doch mit dem Gewinn einer Konzession fängt die Arbeit erst an, wie Bernd Göttlicher erklärt. Er hat nun in den nächsten Monaten die komplexe Aufgabe, das hinzugewonnene Netz aus dem des bisherigen Konzessionsnehmers herauszulösen und sich mit ihm über einen Kaufpreis zu einigen. „Die regionale Verwurzelung der SWK spielt bei der Bewerbung um frei werdende Konzessionen eine wesentliche Rolle. Wir werden unsere Chancen nutzen – auch um unserer Verantwortung für die lokale Energiewende gerecht zu werden."

Bernd Göttlicher ist gebürtiger Oberfranke und hat in den letzten Jahren mit seiner Frau, einer Orthopädin, und seiner zweijährigen Tochter in München gewohnt. Mit dem Beginn seiner Tätigkeit bei der SWK ist die Familie auch in die Region umgezogen.